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Ein Haus mit Tradition

Wenn Sie fern ab von Stress und Hektik des Alltags einen erholsamen Ausflug unternehmen und bei freundlicher Bedienung und kulinarischen Leckerbissen hier Einkehr halten, dann befinden Sie sich inmitten der reizvollen Dahlener Heide. In diesem Naturschutzgebiet des Landkreises Torgau - Oschatz mit in einer Ausdehnung von ca.150 km² finden Sie Ruhe und Entspannung in der gesunden Natur.
Die Hospitalhütte liegt fernab von aufregenden Verkehrsverhältnissen und der Lärm der Großstadt ist hier schnell vergessen. In dieser wundervollen Abgeschiedenheit sollen einmal Ihre Gedanken an die Vergangenheit dieser Landschaft und unser Haus geführt werden.
Die an der Hospitalhütte vorbeiführende Straße führte den Namen "Holzstraße", da über sie viele Holztransporte rollten. Sie wurde damals als Fahrweg bezeichnet da sie ohne jegliche Befestigung war, manches Transportfahrzeug im Morast versank, die Pferde starker Anstrengungen bedurften und lange Fahrzeiten verursachte.

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  • Winter 2008

 

 

Die Holzstraße kommt vom Elbübergang bei Belgern, wo die Pferdefuhrwerke von den Elbkähnen das Ladegut übernahmen und ins innere des Sachsenlandes transportierten. Diese wichtige Marktsiedlung erhielt eine Befestigung und sogar eigene Gerichtsbarkeit, wie der Roland am Rathaus in Belgern beweist. Eine Gründung Belgerns geht auf das Jahr 973 zurück, was durch Urkunde aus der Zeit Kaiser Otto II. ( 955/983 ) bewiesen ist. Vermutet wird die Gründung aber schon um 928 durch Kaiser Heinrich I. (878/983). Belgern hieß früher slawisch " bela gora ", was soviel wie "weißer Berg" bedeutete. Hier gründeten Cistersinser Mönche um 1258 ein Kloster, welches zu einer großen geistlichen und weltlichen Macht gelangte.
Die Holzstraße nahm ihren Verlauf über Neussen und Lausa nach Dahlen. Kreuzte sich in Belgern eine alte Heerstraße mit der von West nach Ost verlaufenden Handelsstraße, so verlief diese über den Elbübergang in Torgau in südlicher Richtung als Parallelität zur " Holzstraße " über Sitzenroda ebenfalls nach Dahlen. Dort findet sie Anschluss an das städtische Straßennetz und in der Verlängerung an die alte Lebensader Sachsens, der "Hohen Straße", der heutigen Bundesstraße 6.


Diesen Weg nimmt auch die "Holzstraße" an der heutigen Jugendherberge. Ladegut der Pferdefuhrwerke waren sowohl Fische als auch die Erzeugnisse der sich in der Elbe befindlichen Schiffsmühlen, deren letzte 1904 abgebrochen wurde. Ausfuhrgut waren auch Wein aus 72 Weingärten, edleres Obst, Salz und auch Bier, dessen Qualität einst ein Phil. Melanchthon, Theologe und Pädagoge, Mitkämpfer Martin Luthers lobte. Einen wirtschaftlichen Aufschwung Belgerns verdankten sie den Mönchen des Klosters. Entlang dieser beiden Hauptverkehrswege zog sich ein großer, dichter Urwald, der mit Eichen, Buchen, Birken und anderen Laubbäumen bestückt war. Dieses stattliche Waldgebiet mit einem reichen Wildbestand lockte den Kurfürstlichen Hof in Dresden an. Unter dem Kurfürsten August dem Starken von Sachsen (1694/1733 ) wurden regelmäßig Jagden auf Bären, Wölfe, Elche, Füchse, Trappen, Kraniche, Birk-, Reh und Schwarzwild, Marder und andere Tierarten, insgesamt etwa 37, durchgeführt, die hier reichlich Nahrung fanden. Während dieser Zeit war das Betreten des Waldes bei Strafe verboten um das Wild nicht zu beunruhigen. Zuvor hatte der Kurfürst Moritz von Sachsen (1521/1553) für eine geordnete Forstwirtschaft gesorgt, um den Holzeinschlag und - Verkauf besser überwachen zu können. Der Holzeinschlag wurde ausschließlich den Forstleuten und deren vereidigten Beauftragten in den Monaten September bis März gestattet. Sie mussten das geschlagene Holz in Baulänge in Klafter zu je 3,5 cbm setzen. Eine gewisse Freiheit hatte der einzige am Hakenweg arbeitende Köhler. In einem Erdmeiler stellte er Holzkohle her.

Anfang des zweiten Weltkrieges wurden die Arbeiten eingestellt und erst 1948 in einer Retorte wieder aufgenommen. Später erfolgte ihr Abbruch. Über diesen Produktionszweig in der Dahlener Heide berichtet nur noch die Chronik. Das gestapelte Holz wurde verauktioniert und zu diesem Zwecke eine Holzhütte errichtet, die im 15. Jahrhundert erwähnt wird. Hier hatten die Pferdefuhrwerke auf der Holzstraße ein reiches Betätigungsfeld. Die Hütte bot wohl auch Pferden und Fuhrleuten eine willkommene Rastmöglichkeit.


Die heutige Hospitalhütte wurde erst 1862 als massives Gebäude aus Porphyrquadern umgebaut. Ihren Namen erhielt sie von dem Waldgebiet in dem sie sich befindet. Dieses Flurstück wurde dem Hospital in Dahlen vermacht. Nach dem Stadtbuch von Dahlen aus dem 15. Jahrhundert beriet damals der Rat auch über kirchliche Angelegenheiten, also auch über das Hospital mit seinen Einrichtungen und Flurstücken. Als Besitzer der Hospitalhütte bewohnte der Rittergutsbesitzer während seiner 1-2 tägigen Jagden das Gebäude im oberen Teil. Aber sonst stand es leer. Dagegen waren im unteren Teil dem Wirt mit seiner Frau und drei Kindern lediglich eine Schlafstube im Haus und eine zweite im Seitengebäude zur Verfügung gestellt wurden. Erst auf sein Bitten hin erhielt er nach Jahren eine kleine Stube, die der Gaststube gegenüberliegt.


Nach dem zweitem Weltkrieg ging die Gaststätte in die Verwaltung der Stadt Dahlen über, die sie regelmäßig als Ausflugsgaststätte verpachtete. Die staatliche Wende im damals zweiten deutschen Staat rüttelte auch an ihrer Tür, indem sie in Privatbesitz der Familie Schaefer überging.